Wappen der Gemeinde Lachen Geschichte

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Lachen von einst bis jetzt ...

Stadel der Familie Einsiedler, Moosbach, 1798

Stadel der Familie Einsiedler
Moosbach, 1798

Die Lage der Gemeinde Lachen an der Grenze der Herrschaftsgebiete des Klosters Ottobeuren, der Freien Reichsstadt Memmingen und des Fürststiftes Kempten hat die geschichtliche Entwicklung entscheidend geprägt.

Älteste Orte der Gemeinde Lachen, die heute die Weiler Albishofen, Goßmannshofen, Herbishofen, Hetzlinshofen, Lachen, Moosbach und Theinselberg umfasst, sind Theinselberg und Herbishofen, beide erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1097. Aus Aufzeichnungen des Klosters Ottobeuren wissen wir, dass in beiden Orten bereits 1167 Kirchen standen. Folgende Weiler der Gemeinde werden erstmals urkundlich erwähnt: Moosbach im Jahre 1152, Eymühle im Jahre 1180, Hetzlinshofen im Jahre 1268, Albishofen im Jahre 1440 und Bühlhof im Jahre 1540.

Gedenkstein auf dem Theinselberg

Gedenkstein auf dem Theinselberg

Die Herrschaft Theinselberg mit sämtlichen vorher genannten Orten war ursprünglich österreichisches Lehen, ging dann in den Besitz der Ritter von Rothenstein über und wurde von diesen an die Marschälle von Pappenheim vererbt. Die Herrschaft Theinselberg war deshalb so begehrenswert, weil sie neben der niederen Gerichtsbarkeit auch mit dem Blutbanne ausgestattet war.

Kornkasten, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Kornkasten
1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Nachdem Philipp von Pappenheim im Jahre 1558 die Lehre Calvins angenommen hatte, wurden dessen Untertanen in der Herrschaft Theinselberg reformiert, die Untertanen Alexanders behielten, wie ihr Herr, den katholischen Glauben. Die Glaubensspaltung von 1558 führte zu Zwistigkeiten zwischen den beiden Konfessionen, die sich vor allem um die Kirche St. Afra auf dem Theinselberg drehten. Im Jahr 1714 erbauten die Katholiken auf dem Theinselberg eine eigene Kirche, die 1746 durch Blitzschlag zerstört wurde.

Im Jahre 1747 wurde die heutige katholische Kirche am Fuße des Theinselberges eingeweiht. 1905 erhielt sie den neubarocken Turm und die Sakristei.

Mit der Einführung der Verfassung im Königreich Bayern im Jahre 1818 entstand die heutige Gemeinde Lachen.

 

 

Zeittafel zur Gemeinde Lachen

Erstnennung der Ortsteile

1097

Herbishofen

1097

Theinselberg

1150

Lachen

1152

Moosbach (als Hemen)

1180

Eymühle

1268

Hetzlinshofen

1440

Albishofen

bis 1802

Lachen im Fürststift Kempten

1804

Einteilung der schwäbischen Provinz in Landgerichte

1808

Lachen zum Landgericht Grönenbach

1813

Lachen zum Landgericht Ottobeuren

1862

Lachen zum Bezirksamt Memmingen

1939

Lachen zum Landkreis Memmingen

1972

Lachen im Landkreis Unterallgäu

1978

Lachen zur VG Memmingerberg

Lachen, Hauptstrasse

Lachen, Hauptstrasse

Gemeindebildung von Lachen

Die heutige Gemeinde Lachen besteht aus dem uralten Hochgerichtsbezirk Theinselberg der Herren von Rothenstein, der Marschälle von Pappenheim sowie deren Rechtsnachfolger, dem Fürststift Kempten, in dessen Händen sie bis zur Säkularisation 1803 blieb.

1818

Bayerische Gemeindebildung
Gemeinde Lachen mit den Ortsteilen:
Albishofen, Bühlhof, Eymühle, Goßmanshofen, Herbishofen, Hetzlinshofen, Lachen, Niebers, Obermoosbach, Schießenhof, Theinselberg

1804

Einteilung der schwäbischen Provinz in “Landgerichte”

1808

Gemeinde Lachen zum Landgericht Grönenbach

1813

Gemeinde Lachen zum Landgericht Ottobeuren

1862

Gemeinde Lachen zum Bezirksamt Memmingen

1939

Gemeinde Lachen im Landkreis Memmingen

1972

Gemeinde Lachen im Landkreis Unterallgäu

1986

Gemeinde Lachen erhält ein eigene Hoheitsabzeichen

1978

Gemeinde Lachen in der VG Memmingerberg

 

 

Daten zur Herrschaft Hetzlinshofen

1268

Kloster Ottobeuren hat Besitz in Hetzlinshofen

1273

Schenkung von Gütern in Hetzlinshofen an das Antonierhaus in Memmingen, bis zum 15. Jahrhundert dessen Besitz

15.-17.

Jahrhundert
Neben dem Antonierkloster waren im 15./16. und 17. Jahrhundert die bedeutenderen Grundherren die Herren von Rothenstein, die Marschälle von Pappenheim und das Fürststift Kempten

1537

Bau des Schlosses durch Jörg Pfefferlin (als Lehensträger des Stiftes Kempten)

1552

Schloss im Besitz des Ludwig Stebenhaber, dann wechselnder Besitz

1692

Schloss und Herrschaft im Besitz des Stiftes Kempten

1764

Vom Stift Kempten an seinen Hofkanzler, Ritter Lorenz von Heunisch verliehen

1783

Tod der Maria Viktor von Heunisch, letzte hochfürstliche, kemptische Hofkanzlerin (Epitaph in der Kirche von Lachen)

1785

Teilweiser Abbruch des Schlosses

1799

Völliger Abbruch des Schlosses

Inhaber der Herrschaft Theinselberg

Frühzeit

im Dunkeln

14.

1. Hälfte des Jahrhunderts
“Ruergus de Felsenberg”

15.

Jahrhundert
eine von Österreich lehenbare Herrschaft

bis 1424

im Besitz der Herzöge von Teck

ab 1424

im Besitz der Ritter vom Stein zu Ronsberg

1446

durch Kauf von Hans vom Stein zu Ronsberg an Ludwig von Rothenstein

1482

durch Erbe an Marschall Heinrich von Pappenheim

1692

Erwerb der Besitzungen durch das Fürststift Kempten bis zur Säkularisation 1803

1700

Zur Herrschft Theinselberg gehören folgende Orte:
Albishofen, Bühlhof, Eymühle, Goßmannshofen, Herbishofen, Lachen, Moosbach, Niebers, Schießen, Theinselberg

Theinselberg, Kirche

Theinselberg, Kirche

 

 

Die Kapelle in Goßmannshofen - Erinnerung an ihren 40. Geburtstag

Es ist kein Zufall, sondern erlebte und erlittene Geschichte, dass die Gemeinde Lachen auf drei Kirchen blicken darf: St. Afra auf dem Theinselberg und St. Michael in Herbishofen aus dem 15. Jahrhundert gehören der ev.-ref. Kirche, St. Afra in Lachen, 1746 am Fuss des Theinselberges erbaut, ist Eigentum der katholischen Kirche. Dazu gesellt sich seit 1954 die Kapelle in Goßmannshofen.
Ein wenig abseits der Verbindungsstrasse Albishofen-Dietratried winkt sie vom Ortsteil Goßmannshofen herüber: Der „Schmerzhaften Muttergottes“ ist sie geweiht. Sie steht noch in keinem Kunstführer, würde es aber wohl verdienen.
Es war 1954. Pater Aegidius Kolb OSB war gerade zwei Jahre Pfarrer in Lachen, als er mit der Kirchenverwaltung seine Idee in die Wirklichkeit umsetzen konnte: im Weiler Goßmannshofen eine Kapelle zu erbauen. In Ziegeleidirektor Matthäus Haberl fand er einen hochherzigen Spender. Den Plan fertigte Regierungsbaumeister Willi Hornung von Ottobeuren.

Kapelle in Goßmannshofen

Kapelle in Goßmannshofen

Mit vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurde der Rohbau errichtet. In ganz kurzer Zeit bekam die Kapelle ihr heutiges Gesicht: ein zierlicher Bau mit ausgewogenen harmonischen Massen und ein leichter Dachstuhl mit einem idyllischen Dachreiter ist rundum sichtbar. Die Glocke, von der Firma E. Gebhard in Kempten gegossen, wurde am 20. Mai von P. Aegidius Kolb OSB geweiht, um mit seinen Worten zu sprechen, „das Türmchen zu zieren und den Englischen Gruss zu läuten“.
Durch das freundliche Eingangstor mit den schmiedeeisernen Beschlägen betritt der Besucher das Innere. Ihn überrascht ein feiner schlichter Raum. In der Altarnische thront die „Schmerzhafte Muttergottes“. Die Altarwand der Kapelle bemalte 1959 der Mindelheimer Kunstmaler Erwin Holzbauer mit den „Geheimnissen des Schmerzhaften Rosenkranzes“.
Den festlichen Tag der Einweihung am 23. Mai 1954 umrahmten die Musikkapelle, die Fahnenabordnungen und die ganze Gemeinde. Nun findet alljährlich an einem schönen Maientag eine feierliche Prozession zur Kapelle nach Goßmannshofen statt.
Im Frühjahr 1988 war eine grössere Renovierung notwendig geworden. Unter der Verantwortung von Kirchenpfleger Hubert Riegg waren es wieder freiwillige Helfer, die die dringenden Sanierungsarbeiten zur „Ehre Gottes“ erledigten.
Heute ragt die Kapelle von Goßmannshofen – nicht zuletzt durch stete liebevolle Aufsicht – als Zeichen zeitgenössischen Kirchenbaues wahrhaftig hervor.

Kreszentia Fickler

 

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